Lothar Graap (* 1933, zum 75. Geburtstag)
1. Fantasia A-(E)S (Hommage à Albert Schweitzer)
Johann Bernhard Bach (1676 – 1749)
2. Ciacona G-dur
Kurt Fiebig (1908 – 1988, zum 100. Geburtstag)
3.-5. “Drei Contrapunkte zu BACH” (Rainer Noll gewidmet)
Johann Gottfried Walther (1684 – 1748)
Concerto h-moll (nach Vivaldi)
6. Allegro – 7. Adagio – 8. Allegro
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
„Allein Gott in der Höh sei Ehr“
9. a) Begleitsatz des jungen Bach in Arnstadt BWV 715
10. b) Choralfantasie aus „Leipziger Choräle“ BWV 663
(Melodie verziert im Tenor)
11. Präludium und 12. Fuge a-moll BWV 543
Aufnahme: Eckard Gandela – Gestaltung und Tontechnik: Rainer Noll
Lothar Graap feierte am 15. Juni d. J. seinen 75. Geburtstag.
Geboren wurde er 1933 in Schweidnitz in Niederschlesien. 1954 Kirchenmusiker in
Niemegk/Kreis Belzig. 1957 - 98 Kantor an der Klosterkirche in Cottbus, seit
1981 Kirchenmusikdirektor, seit 1991 Orgeldozent. - Graap schrieb die Fantasie
über die Töne A-(E)S = Albert Schweitzer als Hommage zu dessen 125.
Geburtstag am 14.1.2000.
Johann Bernhard Bach wurde 1676 in Erfurt geboren (gehört zur „Erfurter
Linie" der Bache), um 1695 Organist in Erfurt (hier war Joh. Gottfried Walther
sein Schüler), dann in Magdeburg, seit 1703 herzoglicher Kammermusiker und
Nachfolger von Joh. Christoph Bach als Organist an St. Georg in Eisenach, wo er
1749 starb. Sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits mit Joh. Sebastian
Bach verwandt, der ihn als Komponist schätzte und der mit ihm befreundet war.
Taufpate bei Joh. Sebastians drittem Sohn Joh. Gottfried Bernhard. - Die Ciacona
in G-dur entspricht genau dem italienischen Muster dieser musikalischen
Form: Am Anfang steht ein liedhaftes Thema über einem stufenweise absteigenden
und dann kadenzierenden Bass von vier Takten Länge. Dann folgen 25 Variationen
über diesen immer gleichbleibenden (ostinaten) Bass. Zum Schluss wird das
Anfangsthema wiederholt.
Kurt Fiebig wurde 1908 in Berlin geboren, wo er auch Musik
studierte (Komposition: Franz Schreker) und von 1933 - 36 Kantor an St.
Elisabeth war. Danach Domorganist in Quedlinburg und Dozent an der
Kirchenmusikschule Aschersleben, die 1938 nach Halle verlegt und von 1941 - 51
von Fiebig geleitet wurde. 1951 - 68 Kantor der Gnadenkirche und 1969-74 Kantor
an St. Ansgar in Hamburg, wo er auch von 1960-80 Dozent und Professor an der
Musikhochschule war (hier war ich sein Schüler). - Die „Drei Contrapunkte zu
BACH" entstanden 1983 auf meine Anregung und wurden von mir am 14.1.1984
(Geburtstag Albert Schweitzers) in der Marktkirche in Wiesbaden in Anwesenheit
des Komponisten uraufgeführt. Es handelt sich hier um drei Fugen mit
Zwischenspielen, deren Themen im Verlauf zu Kontrapunkten des B-A-C-H-Motivs
werden, das jeden der drei Teile beschließt. Im ersten und letzten
„Contrapunkt" erscheint das Thema auch in seiner Umkehrung.