Bemerkungen von Rainer Noll zu dem derzeitigen „Albert-Schweitzer-Boom" in Film, Sendemedien, einigen Buchpublikationen und Diskussionen (21.1.2010):
In „Verfall und Wiederaufbau der Kultur" (München, 1960, S. 25) schreibt Albert Schweitzer bereits 1923 harte Worte: „Zeitschriften und Zeitungen haben sich in steigendem Maße in die Tatsache zu finden, daß sie alles nur in der leichtestfaßlichen Form an den Leser heranbringen dürfen. [...] Einmal mit dem Geiste der Oberflächlichkeit erfüllt, üben diese Organe, die das geistige Leben unterhalten sollten, ihrerseits eine Rückwirkung auf die Gesellschaft aus, die sie in diesen Zustand brachte, und drängen ihr die Geistlosigkeit auf." Und in „Aus meinem Leben und Denken" (=LD, Siebenstern-TB, München und Hamburg, 1965, S. 183) lesen wir bei ihm: „Wie durch die Lichtreklamen, die in den Straßen der Großstadt aufflammen, eine Gesellschaft, die kapitalkräftig genug ist, um sich durchzusetzen, auf Schritt und Tritt Zwang auf ihn [den heutigen Menschen] ausübt, daß er sich für ihre Schuhwichse oder ihre Suppenwürfel entscheide, so werden ihm fort und fort Überzeugungen aufgedrängt."
„Erste und letzte Forderung bleiben Klarheit und Plastik":
Nochmals „Wider den eiligen Geist" und für „Slow-Food statt Formel 1"
Die beiden Artikel von Armin Schoof („Wider den eiligen Geist", Forum Kirchenmusik, 3/2009, S. 15 ff) und von Herfried Mencke („Slow-Food statt Formel I...", Forum Kirchenmusik, 6/2009, S. 20 ff) veranlassen mich, zu diesem Thema, mit dem ich mich (auch mit anderen) schon ein Leben lang auseinandersetze, ebenfalls einiges beizutragen. Um es gleich zu sagen: zustimmend und vor allem ergänzend.
Die Klage über falsche (überwiegend zu schnelle) Tempi in der Musik ist fast so alt wie die Klage über die Verderbtheit der Jugend. Tadel und Warnungen finden sich von dem bei Schoof erwähnten Schütz über C. Ph. Emanuel Bach, Quantz, Mozart, Beethoven, Schumann, Reger (diesen siehe auch Schoof) bis in die heutige Zeit (um nur einige namentlich anzuführen). Auch das Tempo folgt interpretatorischen „Moden", das Pendel schlägt auch hier nach beiden Seiten aus.
„Geistesgegenwart" - ein Beispiel aus der
modernen Musik der Kirche (1)
(mit Exkurs: »„im Geiste von..." bei Albert Schweitzer«)
Vortrag von Rainer Noll, gehalten am 15. März 1997 während der Internationalen Seminartage des Albert-Schweitzer-Hauses in Günsbach/Elsaß (Gesamtthema: Heiliger Geist - Geist des Lebens - Geist der Wahrheit) als Einführung zum abendlichen Orgelkonzert von Rainer Noll in der Pfarrkirche Günsbach auf der von Schweitzer geplanten Orgel
Vortrag für „Künstlerhort" in Verbindung mit Städtischem Kulturamt Wiesbaden, gehalten am 4.12.1979 von Rainer Noll
in der Villa
Clementine Wiesbaden
Sehr geehrte
Damen und Herren!
An den Anfang stelle ich Fragen: Was ist der Sinn meines Daseins und welchen
Inhalt soll mein Leben haben? „Was bedeutet die Gesellschaft, in der ich lebe,
und ich selber in der Welt? Was wollen wir in ihr? Was erhoffen wir von ihr?"
(K I, S. 63)
Lothar Graap (* 1933)
1. Fantasia A-(E)S (Hommage à Albert Schweitzer)
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
2. “Allein Gott in der Höh sei Ehr BWV 663
Johann Gottfried Walther (1684 – 1748)
Concerto h-moll nach Vivaldi
3. Allegro 4. Adagio 5. Allegro
Dick Troost (* 1949)
Nikolaus Bruhns (1665 – 1697)
1. Präludium und 2. Fuge e-moll
Johann Gottfried Walther (1684 – 1748)
3. Nun bitten wir den Heiligen Geist
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
4. Präludium 5. Fuge C-dur BWV 547
6.-17. Partita „O Jesu, du edle Gabe“
Antonio de Cabezón (1516 - 1566)
1. Tiento del Quinto Tono transportado
Johann Gottfried Walther (1684 - 1748)
2.-10. Partita „Jesu, meine Freude"
(Choral mit 8 Variationen)
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
11. Präludium und 12. Fuge C-dur BWV 547
Lecture given on 12 October 2000 in Regensburg
-International Symposion Bach 2000-
by Rainer Noll
Die „Kulinarische Orgelfahrt" ins Land Albert Schweitzers und der Silbermannorgeln am 1./2. September 2007