(erschienen in „Kelsterbach Aktuell", 16.12.2011)
Wieder hatte Kantor Rainer Noll, der seit der Gründung 1982 alle diese Abendmusiken selbst plante und ausführte, einem barocken Programm ein zeitgenössisches Werk als „Kontrapunkt" entgegengesetzt: die von weihnachtlichem Flair erfüllte Orgelpartita über das ebenfalls zeitgenössische, aber kaum bekannte Weihnachtslied „Also liebt Gott die arge Welt" EG 51 des 1933 geborenen, bis heute sehr produktiven Komponisten Lothar Graap. Noll erwies sich auch diesmal wieder als „Meister der Registrierung", wie Stadtrat Ernst Freese in seiner nach dem Konzert in Vertretung des Bürgermeisters gehaltenen Dankesrede hervorhob.
St. Martinskirche, Kelsterbach
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(Erschienen in „Kelsterbach Aktuell“ am 17.12.2010)
Eine Uraufführung war die größte Überraschung dieser Abendmusik mit ansonsten barockem Programm, besonders weil diese nicht angekündigt war. Wegen einer langwierigen Fußerkrankung Kantor Rainer Nolls war bis zuletzt diese Aufführung ungewiss. Es war sozusagen eine Last-Minute-Entscheidung Nolls, dieses ihm gewidmete Werk zu wagen. Der Blockflötensolist des Abends, Prof. Martin Nitz aus Hamburg, hatte eine Choralpartita über „Nun komm, der Heiden Heiland" für Sopran und Orgel komponiert und erwies sich damit als musikalisches Multitalent, hatte man ihn doch schon früher als wendigen Continuospieler, als Cembalist und Organist erlebt. Die einfühlsame Interpretation durch die Heidelberger Sopranistin Eva Lebherz-Valentin und Rainer Noll (mit farbiger Registrierung der herrlichen Förster & Nicolaus-Orgel) unterstrich den hohen Rang und die geistige Tiefe der Partita, die in ihren Variationen alten Kompositionstechniken in gemäßigt moderner Tonsprache huldigt.
Samstag, 4. Dezember 2010, 20 Uhr
In der gut besuchten Martinskirche in Kelsterbach erlebte das Publikum am vergangenen Samstag einen unbestreitbaren Höhepunkt in der langjährigen Reihe dieser Konzerte. Von der Stadt Kelsterbach und der Martinsgemeinde finanziert, aber auch privat gesponsert, gelang mit dem seit vielen Jahren renommierten Main-Barockorchester Frankfurt ein absoluter Glücksgriff (mit Kirchenmusikdirektor Peter Schumann aus Heidelberg als souveränem Altmeister an der Continuoorgel). In diesem auf historischen Instrumenten und in historischer Stimmung spielenden Orchester hatten die drei Solisten des Abends (Sopran, Blockflöte, Orgel) einen ebenbürtigen Partner - alle präsentierten sich auf höchstem Niveau.
In der St. Martinskirche Kelsterbach.
Girolamo Frescobaldi (1583 - 1643)
1. Toccata Ottava di durezze e ligature
Arnold Schlick (1455 - 1525)
(Erschienen in „Kelsterbach Aktuell" am 19.12.2008)